Einbau Bergeösen vorne

Für unsere gelegentlichen Fahrten abseits befestigter Straßen – unter anderem zu den Autostränden an der Nordseeküste – und natürlich auch mit Blick auf zukünftige Reisen haben wir uns entschieden, unseren Hymer Grand Canyon S Crossover mit Bergeösen auszustatten.

Bergeösen gehören für uns zu den typischen Zubehörteilen, die man montiert und anschließend hoffentlich möglichst selten wirklich benötigt. Sollte man sich mit dem Fahrzeug aber doch einmal festfahren, ist es beruhigend, geeignete und ausreichend stabile Anschlagpunkte zur Verfügung zu haben.

Da für den Mercedes Sprinter inzwischen zahlreiche unterschiedliche Systeme angeboten werden, fiel die Auswahl zunächst gar nicht so leicht. Neben einer stabilen Konstruktion war uns auch die Optik wichtig. Die Bergeösen sollten sich möglichst unauffällig in die Front des Sprinters integrieren und nicht unnötig martialisch wirken.

Ein weiterer Punkt kam bei unserer Recherche hinzu: Wir möchten zum Bergen bevorzugt Softschäkel verwenden. Dafür sollten die Kontaktflächen der Bergeösen möglichst glatt und abgerundet sein. Scharfe Kanten können die Fasern eines Softschäkels beschädigen und sind deshalb für diesen Einsatzzweck eher ungeeignet.

Wir haben uns daher verschiedene Systeme angesehen, zahlreiche Bilder und Einbauberichte studiert und bei anderen ausgebauten Sprintern auch einige Lösungen direkt vor Ort begutachtet.

Schließlich hatten wir die für uns passenden Bergeösen gefunden und bestellt. Die Lieferung dauerte leider deutlich länger als auf der Webseite angegeben, sodass wir erst nach unserem Sardinienurlaub dazu kamen, sie einzubauen.

Der Einbau – eigentlich ganz einfach …

Die eigentliche Montage der Bergeösen ist erfreulich unkompliziert. Wesentlich zeitaufwendiger war allerdings der Weg dorthin, denn zunächst musste die komplette Frontschürze des Sprinters demontiert werden.

Den Frontgrill hatte ich wegen des Einbaus unserer neuen Doppelfanfarenhupe schon einmal entfernt. Entsprechend schnell ging dieser Arbeitsschritt von der Hand – nach wenigen Sekunden war der Grill ausgebaut.

Bei der Frontschürze sah das dagegen ganz anders aus.

Zunächst mussten die beiden Schrauben unterhalb des Frontgrills sowie die Befestigungen im Bereich der Trittplatten entfernt werden. Der übrige Stoßfänger ist im Wesentlichen geklipst. Unterhalb der Frontschürze befinden sich vier Clips, hinzu kommen jeweils vier weitere Clips in den beiden Radkästen.

Bis hierhin war alles noch relativ einfach.

Nun folgte der deutlich spannendere und zeitaufwendigere Teil. Die Frontschürze musste auf beiden Seiten unterhalb der Kotflügel beziehungsweise des Blechs aus ihren Verriegelungen gelöst werden.

Hier war etwas Geduld gefragt. Stück für Stück ging es vorsichtig, aber durchaus mit etwas Nachdruck von einer Verriegelung zur nächsten. Zwischendurch entstand mehrfach der Eindruck, dass die Frontschürze irgendwo doch noch verschraubt sein müsste.

Tatsächlich sind dort auch Schrauben zu erkennen. Diese halten jedoch nicht die Frontschürze selbst fest, sondern befestigen das Gegenstück des Verriegelungsmechanismus am Kotflügel. Diese Schrauben müssen für die Demontage der Frontschürze nicht gelöst werden.

Irgendwann waren schließlich beide Seiten vollständig entriegelt und die komplette Frontschürze konnte nach vorne vom Fahrzeug abgenommen werden.

Praktisch: Die elektrische Anschlussleitung der Parksensoren (PDC) ist lang genug, sodass wir die Frontschürze anschließend vorsichtig unmittelbar vor dem Fahrzeug auf dem Boden ablegen konnten. Die elektrische Verbindung musste dafür nicht getrennt werden.

Montage der Bergeösen

Nachdem die Frontschürze endlich aus dem Weg war, ging die eigentliche Montage der Bergeösen überraschend schnell. Die Befestigung erfolgt an den dafür vorgesehenen Punkten am Rahmen. Mit dem mitgelieferten Montagematerial ließen sich beide Bergeösen problemlos befestigen.

Eine kleine Anpassung war bei unserem Grand Canyon S Crossover allerdings notwendig.

Unser Fahrzeug besitzt serienmäßig einen Unterfahrschutz. Dadurch ist auf beiden Seiten jeweils einer der benötigten Bereiche unterhalb des Trägers bereits teilweise belegt. Damit Bergeösen und Unterfahrschutz zusammen montiert werden konnten, musste der vorhandene Unterfahrschutz deshalb auf beiden Seiten geringfügig ausgeschnitten beziehungsweise angepasst werden.

Nach dieser kleinen Modifikation konnten die Bergeösen endgültig montiert und alle Verschraubungen angezogen werden.

Bevor die Frontschürze wieder montiert wurde, bot sich noch eine gute Gelegenheit für etwas Reinigung.

Hinter der Front hatte sich insbesondere Sand gesammelt – vermutlich noch ein kleines Andenken an unsere bisherigen Touren. Da man an einige dieser Stellen bei montierter Frontschürze praktisch nicht mehr herankommt, habe ich die Gelegenheit genutzt und den Bereich gründlich gereinigt.

Wann man dort das nächste Mal so bequem herankommt, ist schließlich ungewiss – und im besten Fall dauert das eine ganze Weile.

Danach konnte die Frontschürze wieder montiert werden. Dabei wurden die seitlichen Verriegelungen wieder sauber eingerastet, sämtliche Clips eingesetzt und anschließend die zuvor entfernten Schrauben wieder montiert.

Zum Schluss kam der Frontgrill wieder an seinen Platz.

Damit sind die beiden Bergeösen nun fertig montiert und stehen jederzeit zur Verfügung, ohne die Optik der Fahrzeugfront unnötig zu verändern.

Der gesamte Einbau hat bei uns ungefähr drei Stunden gedauert. Der mit Abstand größte Teil der Zeit entfiel dabei nicht auf die Montage der Bergeösen selbst, sondern auf die vorsichtige Demontage und anschließende Montage der Frontschürze.

Jetzt kann es also wieder losgehen – und bei den nächsten Fahrten auf Sand, unbefestigten Wegen oder an den Autostränden der Nordseeküste fahren wir mit dem beruhigenden Gefühl, im Fall der Fälle zwei vernünftige Bergepunkte zur Verfügung zu haben.

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