Manchmal sind es die ganz einfachen Ideen, die man irgendwo sieht und bei denen man sich anschließend fragt: Warum sind wir da nicht selbst drauf gekommen?
Bei unserem Hymer Grand Canyon S Crossover liegen die Heckfenster unmittelbar am Querbett. Das ist einerseits schön, weil man vom Bett aus nach draußen schauen und die Fenster zum Lüften öffnen kann. Andererseits befinden sich dort natürlich auch die Verdunkelungsrollos beziehungsweise Plissees.
Und genau die sind beim Schlafen etwas gefährdet.
Einmal im Schlaf mit dem Kopf, Kissen oder der Bettdecke dagegen gedrückt und schon bekommt das Plissee mehr Belastung ab, als ihm auf Dauer vermutlich guttut. Gerade weil man nachts nicht darauf achtet, wollten wir hier einen einfachen Schutz haben.
Die passende Idee dazu haben wir bei einem unserer Messebesuche entdeckt. An einem ausgestellten Fahrzeug war vor dem Heckfenster ein einfaches, gepolstertes Brett angebracht, das das Plissee vor Belastungen aus dem Bett schützt. Die Konstruktion von war eigentlich so simpel, dass wir sie problemlos selbst für uns nachbauen konnten.
Eigentlich nur ein Brett …
Die Grundlage bildet eine passend zugeschnittene dünne Holzplatte. Diese haben wir auf der zum Bett gerichteten Seite mit etwas Polstermaterial versehen und anschließend mit passendem Stoff bezogen. Damit entsteht eine angenehm weiche Fläche. Wenn man nachts mit dem Kopf, Arm oder Kissen dagegenkommt, liegt man nicht direkt an einem harten Brett.
Wichtiger ist aber die andere Seite: Das Brett verhindert zuverlässig, dass wir beim Schlafen direkt gegen das empfindliche Plissee drücken können.
Die Befestigung kommt aus dem 3D-Drucker
Wir wollten für den Einbau natürlich weder Löcher bohren noch etwas dauerhaft am Fenster beziehungsweise an der Verkleidung befestigen.
Deshalb haben wir passende Halter im 3D-Drucker angefertigt. Diese greifen am vorhandenen Rahmen des Heckfensters beziehungsweise des Plissees und halten das Schutzbrett sicher an seinem Platz. (STL Datei)

Das Brett wird einfach in die Halter eingesetzt und kann genauso schnell wieder herausgenommen werden. Am Fahrzeug selbst musste dafür nichts verändert werden.
Damit bleibt auch die Bedienung des Fensters und des Verdunkelungsrollos erhalten. Wird der Schutz nicht benötigt, lässt er sich mit wenigen Handgriffen entfernen.
Einfach, aber wirkungsvoll
Der gesamte Aufbau besteht damit eigentlich nur aus einer passend zugeschnittenen Platte, etwas Polsterung, Stoff und ein paar selbst gedruckten Haltern. Kein aufwendiger Umbau, keine Bohrungen und keine Veränderungen am Fahrzeug. Dafür müssen wir uns beim Schlafen keine Gedanken mehr darüber machen, ob wir nachts versehentlich mit Kissen, Kopf oder Bettzeug gegen das Plissee drücken und es dabei irgendwann beschädigen.
Wieder einmal eine dieser kleinen Veränderungen am Camper, die weder kompliziert noch teuer sind – aber im täglichen Gebrauch erstaunlich sinnvoll sein können.
Und die Idee dazu mussten wir diesmal nicht einmal selbst haben. Man muss auf einer Messe manchmal einfach nur genau hinschauen.

