Autarkie mit der Clesana C1

Mit unserer Stromversorgung und im Winter mit der Webasto Dieselheizung können wir schon eine Tage autark stehen. Die Kassettentoilette will aber regelmäßig entleert werden. Im Campingland Deutschland ist dieses nicht immer ganz einfach. Viele Stellplätze bieten die Entsorgung nur noch für Gäste oder zu horrenden Gebühren von bis zu 10,- € an. Die Suche nach einer Entsorgungsstelle für eine übervolle Toilettenkassette ist auch nicht das, was zur Entspannung im Wohnmobil beiträgt.

So spielten wir schon länger mit den Gedanken unsere Toilette gegen eine wasserarme oder wasserlose Toilette auszutauschen, mit der wir dann weniger Entsorgungsprobleme hätten.

Auf der Caravan Salon 2023 in Düsseldorf schauten wir uns die Clesana C1 an und waren auch wegen der durchdachten und einfachen Montagemöglichkeiten angetan.

Noch am Messetag kurz überlegt und dann beim Händler im Heimatort zur Abholung bestellt. Dazu kam dann noch ein wenig Kabel, ein entsprechendes Relais und Material zum Rückbau der Wasserzuleitung zur Toilette.

Der Einbau

Der Einbau der Clesana C1 war in unserem Wohnmobil eigentlich recht einfach. Die bestehenden Thetford Kassettentoilette war innerhalb von wenigen Minuten demontiert und der Wasserschlauch mit dem bisher vorhandenen Y-Adapter in der Wasserzufuhr durch einen einfachen Verbinder ausgetauscht. So vermeiden wir ungesundes stehendes Wasser in der totgelegten Leitung.

Die Stromversorgung

Die größte Herausforderung war nun aber die Bereitstellung einer ausreichend dimensionierten Stromversorgung im Bad. Die Leitungen die hier lagen, waren für die Stromstärke, die zum Verschweissen der Beutel der Clesana notwendig sind, viel zu dünn. Neue Leitungen mussten also ins Bad gelegt werden.

Leider hat unser  Wohnmobil keinen Doppelboden, die werkseitig verlaufenden Kabel laufen im Boden in entsprechenden kleinen Aussparungen und Kanälen.

Da unser Bad auf der Beifahrerseite liegt und die durchgängig Möbelfront jedoch auf der Fahrerseite ist, musste ich irgendwie durch den Boden. Natürlich hätte ich auch unter dem Wohnmobil außen herum zur Aufbaubatterien kommen können, aber dieses wäre kein gangbarer Weg.

So musste ist zuerst den Weg der Verkabelung von der Aufbaubatterie ins Bad mit den geeignetem 10mm2 Kabel finden. Es wurden unzählige Löcher im Boden inspiziert, ob es da nicht ein Weg quer durch den Boden ins Bad gibt.

Einbau der Clesana C1

Dies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Die Kabelschächte im Boden sind allesamt recht klein und schon gut gefüllt. Ich musste aber irgendwie den 1,50 m von der Fahrseite durch den Boden auf die Beifahrerseite zum Bad.

Mit viel Geduld und mit allen möglichen Ideen von Magneten, Angelsehne und Durchziehkabel hat es dann nach einer Ewigkeit geklappt.

Die Lösung war schließlich ein Durchziehdraht mit einem Metallring von der Fahrer- zur Beifahrerseite durchzuschieben und auf der anderen Seite versuchen, ein starken Neodymmagneten an einer Angelsehne Richtung Metallring zu werfen. Der Durchbruch im Boden im Bad war leider direkt hinter der Dusche mit wenig Platz und noch weniger Licht. Nach unzähligen Versuchen hat es dann endlich geklappt und mit dem Durchziehdraht konnte ich die Angelsehne durch den Boden auf die andere Seite ziehen.

Der Rest war dann einfacher.

Ich haben die die beiden 10mm2 Kabel durch den Kanal gezogen und auf der Rückseite, von außen hinter der Toilettenklappe das Relais und den Stromversorgung  gemäß Anleitung verkabelt. Das Relais sorgt dafür, dass die Clesana erst dann einschaltet, wenn über das Bedienpanel der Strom für das ganze Wohnmobil  eingeschaltet wird. Danach kam der L-Adapter der Clesana dran. Dieser passt genau in den Ausschnitt der bisherigen Thetford Kassette, ein paar Schrauben anziehen und fertig.

Einbau der Clesana C1

Das Bedienpanel der Clesana war in unserem Fall nur unwesentlich größer als das Original Thetford Panel, so dass ich den Rand der Aussparung etwas vergrößern musste.

Zum Schluss habe ich die beiden Stromleitungen hinter den Möbelfronten nach vorne zur Stromverteiler gelegt und dort mit einer entsprechenden Sicherung im vorhandenen Sicherungsblock abgesichert.

Fazit

Nach der Montage erfolgte dann die Inbetriebnahme mit dem ersten Folienliner. Alles klappte wunderbar und nun nach den ersten Wochen darf es keine andere Toilette im Wohnmobil für uns mehr sein.

Angenehmer Nebeneffekt ist, dass wir nur noch wenig Wasser mitnehmen müssen. Auch können wir auch mal spontan ohne Wasser zu tanken über das Wochenende wegfahren können. Dann nehmen wir nur Flaschen mit abgefüllten Leitungswasser mit.

Das Ziehen von vollen Toilettenkassette auf den Stellplatz gehört für uns nun der Vergangenheit an. Jetzt haben wir ein Entsorgungsproblem weniger und können mehrere Tage ohne den Zwang der Ver- und Entsorgung frei stehen.

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