Werksbesichtigung beim Wohnmobilhersteller Capron

Capron???? Welcher Hersteller ist denn das, ein Wohnmobil dieser Marke habe ich ja noch nie gesehen.

Werksbesichtigung beim Wohnmobilhersteller Capron, (c)F_Kramer

Diese Fragen müssen sich die Werksangehörigen von Capron wohl häufiger anhören und auch wir denken bei dem Namen zunächst nicht Wohnmobile.

So erfährt man zu Beginn der Werksbesichtigung, nach einer freundlichen Begrüßung und während eines Einführungsvortrages, dass der Name Capron aus drei Worten zusammengesetzt ist: Caravan Produktion Neustadt

Es liegt so nahe und doch kommt man nicht auf Anhieb darauf.

Capron ist nach eigener Aussage in Deutschland Wohnmobil-Markführer im Niedrigpreissegment und gehört zur deutschen Hymer Gruppe. Die bekanntesten Marken für den deutschen Markt sind Sunlight und Carado, doch in der Produktionsstätte in Neustadt werden neben Ausbauten für die Firma Pössl auch „Glücksmobile“, Wohnmobile für den ausländischen Markt unter anderem Markennamen und auf einer zweiten Produktionslinie Caravans produziert.

Wie wir darauf kamen eine Werksbesichtigung zu machen ?
Durch einen glücklichen Zufall !

Wir suchten im Internet nach Tipps für Unternehmungen mit Kindern im Elbsandsteingebirge und zufälligerweise stießen wir auf die Internetseite von Capron und auf die Möglichkeit an einer Werksbesichtigung teilzunehmen. Diese finden jeden Mittwoch um 10.00 Uhr statt, die Termine findet man auf der Homepage von Capron. Die Werksbesichtigung dauert ca. 2 Stunden.

Nun war es aber schon Dienstag nachmittag und mit wenig Hoffnung auf Erfolg wollten wir es wagen und fragten an. So schrieben wir eine Mail an die auf der Homepage angegebene Emailadresse. Tatsächlich, bereits ein paar Minuten später bekamen wir eine freundliche Antwort vom Marketingleiter Herrn Kramer, dass wir gerne kommen können. Da die Teilnehmerzahl aber schon an der oberen Grenzen sei, könne es eventuell passieren, dass für unseren Jüngsten kein Headset mehr zur Verfügung steht.

Wir hatten über Nacht nur 10 Minuten entfernt von Werk gestanden. Da befindet sich das Freizeitbad Mariba, mit drei gekennzeichneten Stellplätzen. Der Stellplatz ist kostenfrei, sofern kein Stromanschluss benötigt wird.

So fanden uns am nächsten Morgen nach einem kurzen Fußmarsch rechtzeitig im Werk ein. Da einige der angemeldeten Teilnehmer kurzfristig abgesagt hatten, bekamen wir alle, also auch unser Lütter, die komplette erwachsenenkompatible Besichtigungsausstattung.

Und los ging es !

Wir wurden in den kurzweiligen 2 Stunden einmal komplett durch die Produktion geführt und konnten den Bau eines Wohnmobils vom Rohchassis an bis zum fertigen Wohnmobil, dass am Ende von der Produktionsstraße rollte, anschauen. Sämtliche Schritte wurden uns detailliert erklärt. Herr Kramer nahm sich viel Zeit für jede Station, so dass alle ausreichend Zeit hatten, sich alles anzusehen und Fragen zu stellen.

Werksbesichtigung beim Wohnmobilhersteller Capron, (c) Rolf Nachbar

Das war sehr interessant und schön. Es ist toll zu sehen, dass jedes einzelne Wohnmobil mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail von den Mitarbeitern zusammengefügt wird. Jeder Handgriff sitzt und man sieht, dass die Mitarbeiter keineswegs gestresst wirken, obwohl die Wohnmobile auf einem Band standen, das sich kontinuierlich weiterbewegte. Jede Station hatte so ca. 20 Minuten Zeit für die Arbeitsschritte, die hier erledigt werden sollten.

Capron, (c) F_Kramer

Ganz entspannt und ruhig gingen alle ihrer Arbeit nach und jeder hatte ein Lächeln für uns parat, dass nicht aufgesetzt wirkte.

Es ist ein kurioser Anblick, ein Wohnmobil ohne Aussenhülle zusehen und dabei zusehen zu können wie Schritt für Schritt aus dem nackten Chassis mit Führerhaus ein Wohnmobil wurde. Jedes Wohnmobil wird zu Beginn einem festen Kunden zugeordnet und alles wird so eingebaut wie es der Kunde bestellt hat. Spektakulär war natürlich der Moment, wo die Seitenteile und fast zum Schluß das Dach auf das Wohnmobil kam. Dann wurde jedes Wohnmobil noch akkurat beklebt, gecheckt und rollte fertig, bereit für die Abholung oder Auslieferung an den Kunden auf den Hof.

Capron,(c) Rolf Nachbar

In der Zeit, in der wir die Besichtigung gemacht haben, wurden 3 – 4 Wohnmobile produziert, pro Tag sind es laut Aussage von Herrn Kramer so ca. 30 Stück.

Neben der eigentlichen Wohnmobil- und Wohnwagenfertigung werden in der Tischlerei auch die Seitenwände und Dächer direkt vor Ort produziert. Ein großer Maschinenpark mit modernen Maschinen ermöglicht eine passgenaue Just-In Time Fertigung für die Montage am Band. Auch die Produktionsstraße war mit modernen Maschinen und speziellen teilweise eigens entwickelten Hebebühnen ausgestattet.
Es war wirklich toll anzuschauen, wie durchdacht die einzelnen Produktionsschritte waren. Wir hatten nirgendswo den Eindruck oder das Gefühl, dass in der Produktion improvisiert werden musste, alles passte und fügte sich nahtlos ineinander. Hier hatte man die Produktionshallen eines Landmaschinenbetriebes übernommen und perfekt nach den Bedürfnissen einer modernen Wohnmobilproduktion umgebaut. Die örtlichen Gegebenheiten wurden gut genutzt und man hat helle, freundliche Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen in einer historischen Umgebung geschaffen.

Capron, (c) Frank Kramer

Wir finden es ist gut zu wissen, unter welchen Bedingungen ein Wohnmobil gebaut wurde, wenn man sich eines kauft.

Insgesamt war die Führung sehenswert und auch die Kids fanden es spannend wie so ein Haus auf Rädern gebaut wird. Es war für sie wie „Sendung mit der Maus“ live.

Vielen Dank an die Firma Capron für die kurzfristige Ermöglichung der Besichtigung! Auch wenn wir zur Zeit einen kleinen Italiener unser Eigen nennen, war es doch eine tolle Erfahrung für uns.

Es war nicht gestattet, auf der Führung eigene Fotos zu machen, dies hätten wir vorher beantragen müssen. Freundlicherweise wurden uns auf Anfrage aber ein paar schöne Fotos von der Firma Capron zur Verfügung gestellt bekommen. Alle Fotos unterliegen also dem Copyright der Firma Capron.

Dies ist kein gesponserter Beitrag, sondern bildet unsere Meinung ab, wir haben dafür weder Geld, noch irgendwelche Vergünstigungen erhalten.

2 Replies to “Werksbesichtigung beim Wohnmobilhersteller Capron”

  1. Eine Wrrksbesichtigung würde uns auch sehr interessieren.
    Sind jetzt sein über einem Jahr stolze Carado C 164l Besitzer und möchte dieser tollen und super Marke auch treu bleiben.

    Liebe Grüße

    Familie Krieg

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