Ostertour 2019 Deutschland Nord-Süd

Unsere erste große Tour im Jahr 2019, die Ostertour durch Deutschland ist gerade erst zu Ende gegangen. Diesmal sollte es von Kiel aus direkt ins Allgäu gehen, nach Garmisch-Partenkirchen. Von dort aus sind wir dann ganz allmählich und Stück für Stück wieder in Richtung Norden gefahren und haben Orte entdeckt, die wir schon immer mal besuchen wollten. Wir waren mal begeistert, mal enttäuscht.

Gestartet sind wir am Donnerstag, dem 05.04.2019 vormittags. Obwohl bei uns die Osterferien gerade erst anfingen, war die A7 erstaunlich leer und wir sind an dem Tag staufrei bis nach Fulda gekommen. Wir wollten uns die Kassler Berge ersparen und fuhren Höhe Göttingen auf die B 27, die angenehm durch die Täler mäandert. Hier entdeckt man rechts und links der Straße bereits viele alte Burgen und Klöster auf den Bergen, so dass wir beschlossen haben, dass wir auch hier mal Halt machen möchten, um die eine oder andere Wanderung zu machen.

In Fulda stellen wir uns auf den Parkplatz Weimarer Strasse, der dicht an der Altstadt liegt und einen eigenen Teil als Wohnmobilstellplatz angelegt hat, mit Stromanschlüssen. Hier stehen wir gerne, wenn wir auf den Sommertouren gen Italien fahren, da man schnell auf der Autobahn ist. Leider ist der Platz nicht gerade leise, denn auf der angrenzenden Straße fahren bis tief in die Nacht Autos.

Am nächsten Tag ging es dann frühmorgens weiter über die A7. Wir genießen es, dass dann die Autobahn noch wunderbar leer ist und man hier unbehelligt fahren kann und wunderbar zügig vorankommt. Unseren Frühstücks-Stopp machen wir dann in Illertissen. Hier holen wir uns Kaffee, Brötchen und Brezeln und dann wird erst einmal ausgiebig gefrühstückt. Da wir diesmal nur noch bis ins Allgäu weiter wollten, hatten wir auch überhaupt keinen Zeitdruck.

Im Allgäu begrüßten uns bis in die Täler herunter zugeschneite Berge und trübes Wetter. Wir fuhren auf den Platz des Camping Resort Zugspitze und bekamen einen Stellplatz mit direktem Blick auf das Wettersteingebirge mit der Zugspitze. Die Plätze sind alle mit Ent- und Versorgung und Strom versehen und ausreichend groß. Ein Teil der Plätze hat sogar ein privates Bad. Doch darauf konnten wir verzichten. Der Platz war so leer, dass uns klar war, dass die sauberen und großen Sanitäranlagen niemals überfüllt sein würden. Ein besonderer Luxus für uns war die Sauna des Campingplatzes, die wirklich wunderbar eingerichtet und ausgestattet ist. Hier haben wir für  drei Nächte unser Lager aufgeschlagen. In den zwei Tagen sind wir mit dem Rad nach Garmisch-Partenkirchen gefahren und dort einfach ein wenig gebummelt. Der Ort war auch noch sehr leer, es waren kaum Touristen da. Die Skigebiete hatten zum Teil schon geschlossen oder waren kurz vor der Schließung. Lediglich auf dem Gletscher war noch richtiger Skibetrieb.

Ostertour 2019 Deutschland Nord-Süd

Und zum Wandern war auch noch nicht die richtige Zeit, denn die Berge waren zum Teil noch sehr eingeschneit und durch die Wärme, denn schon am nächsten Tag hatten wir strahlenden Sonnenschein, bestand extreme Lawinengefahr, etliche Wanderwege waren auch wegen abgegangener Schnee- und Gerölllawinen gesperrt, die Partnachklamm und die Höllentalklamm waren auch geschlossen. So haben wir nur einen Ausflug zur Zugspitze gemacht, die Seilbahn fährt ja ganzjährig dort hinauf. War es unten im Tal durch die Sonne schon angenehm warm, herrschten dort oben noch -6 Grad Celsius und ein eisiger Wind machten es gleich nochmal kälter. Aber der Ausblick in die tief verschneite Bergwelt und der Blick bis nach Italien waren grandios.

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Am Dienstag fuhren wir dann weiter, weil es uns dort letztes Jahr so gut gefallen hatte, wieder nach Oberstdorf. Leider wurden wir dort von wolkenverhangenen Bergen und Nieselregen begrüßt, das Wetter wurde auch die nächsten Tage nicht besser. Wir standen auf dem Campingplatz Rudi-Camp, er war bis auf wenige Wohnwägen und einem Wohnmobil komplett leer und wir wollten diesmal nicht so dicht an der Bahnlinie stehen, das hatte uns beim Camping Oberstdorf im letzten Jahr etwas gestört.

Oberstdorf war noch leerer als Garmisch-Partenkirchen, und in diesem trüben Licht war alles gleich nur noch halb so schön ;).
Wir fuhren mit den Rädern in den Ort hinein und kauften hier und da ein wenig ein, man kann hier ja doch wirklich gut Outdoorbekleidung erstehen und hat die Qual der Wahl. Am nächsten Tag, wir wollten endlich mal wieder wandern, ging es dann vom Campingplatz in Richtung Fischen in den Eichhörnchenwald mit den handzahmen Eichhörnchen, die sofort angelaufen kommen, sofern man ein paar Nüsschen für sie hat.

Ostertour 2019 Deutschland Nord-Süd

Ostertour 2019 Deutschland Nord-Süd

Man kann das wunderbar als Rundtour machen und noch einen Abstecher zur Schöllanger Schlosskirche machen, von der aus man einen guten Blick in das Tal über Fischen hat.

Da uns das trübe Wetter dann doch etwas nervte, beschlossen wir früher als geplant weiterzufahren. Es zog uns in den Pfälzer Wald, hier wollten wir in den südlichen Teil, der von Felsen und Bergen durchzogen ist. Es wurden tolle Wanderwege errichtet, so wie in der  Gegend „Dahner Felsenland“. Wir standen auf den Campingplatz Büttelwoog. Hier haben wir zum allerersten Mal erfahren, wie angenehm eine strikte Trennung von Campern mit und ohne Kindern, mit und ohne Hunde, mit Hunden und Kindern ist. Da wir die einzigen Camper mit Kindern waren, durften wir in einen separaten Bereich, den wir als einzige „besiedeln“ durften. Der Platz ist genau in einem Tal zwischen Felswänden, die spektakulär hochragen und uns sofort lockten, gleich am nächsten Tag eine Wanderung hinauf zu machen und uns die besonderen Felsformationen, die alle ihre Namen haben, näher anzusehen.

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Nach zwei Nächten ging es dann schon wieder weiter, diesmal hatten wir, wie wir Norddeutschen so salopp sagen, Hummeln im Mors. Wir fuhren in die Eifel und hatten uns spontan für den Campingplatz Naturcamping Vulkaneifel in Manderscheid entschieden. Dieser entpuppte sich dann als Freizeitanlage für Schulklassen mit angeschlossenem Campingplatz. Da wir am Wochenende da waren, haben wir von den Schulklassen nichts mitbekommen, stellen es uns aber in der Woche sehr trubelig dort vor. Allerdings sind beide Areale räumlich voneinander getrennt, so dass man sich (auch sanitärtechnisch) aus dem Weg gehen kann.

Wir wollten uns endlich mal die Maare anschauen und waren sehr gespannt darauf. Gleich am Ankunftstag machen wir uns so auf den Weg in Richtung Meerfelder Maar. Man kommt vom Platz aus direkt auf einen Wanderweg, dem man in Richtung Meerfeld folgen kann. Da wir nicht so viel Zeit hatte, konnten wir dem Weg allerdings nicht allzu lange folgen, sondern mussten auch ein Stück an der Straße entlanggehen. Das ging aber, dann man genug Platz am Straßenrand hatte und dort eine Art Trampelpfad war. Es fuhren auch nicht allzu viele Autos an uns vorbei. Es war zwar Wochenende, aber noch keine Saison. Dann sieht dies hier sicher ganz anders aus.

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Im Meerfelder Krater angekommen waren wir dann ehrlich gesagt recht enttäuscht. Es ist zwar ein riesiger Krater, allerdings ist der Maar, also der See, nur sehr klein. In dem Krater liegt auch der Ort Meersfeld, in den wir allerdings nicht mehr gingen. Wir kehrten auf dem selben Weg wieder nach Manderscheid zurück, gingen diesmal aber über die Heidsmühle (hier gibt es, wie man auf dem Bild unten sehen kann einen Parkplatz, auf dem man mit Wohnmobilen sehen darf, Einkehr in dem Restaurant Heidsmühle obligatorisch) zurück und wollten in Manderscheid etwas essen gehen.

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Auch von Manderscheid selbst waren wir sehr enttäuscht. Unglaublich, wieviele Läden, Restaurants und Hotels offensichtlich aufgegeben wurden und nun leer standen. Es schien, als seien hier die Bürgersteige auch tagsüber hochgeklappt. Mit Mühe fanden wir ein italienisches Restaurant, nahmen die sichere Bank – Pizza. Aber, naja, auch da gibt es große Unterschiede und auch ein echter Italiener ist kein Garant für eine gute Pizza. Schade! So beschlossen wir, doch gleich am nächsten Tag weiterzufahren.

So ging es weiter in Richtung Sauerland, hier fanden wir in Valme einen Campingplatz, der uns für einen Tag (die Ostertage nahten und für die nächsten Tage war alles reserviert) einen Platz anbieten konnte. Hier konnten wir dann erst einmal Wäsche waschen, auch wenn uns ein Camper etwas irritiert mitteilte, er würde ja an einem Sonntag nienicht Wäsche waschen. Nun gut!
Der Platzwart und seine Frau waren sehr freundlich und hilfsbereit, wir fühlten uns sehr willkommen. Wir bekamen einen guten Platz und gleich eine kleine Wanderempfehlung um uns die Beine nach der Fahrt vertreten zu können und konnten für den nächsten Tag Brötchen vorbestellen, die auch sehr lecker waren. Der Platz hat sehr viele Dauercamper und nur einen sehr kleinen Bereich für Durchgangscamper, so dass man keine Garantie hat, tatsächlich immer einen Platz zu bekommen. Wenn man also gezielt hin möchte, sollte man auf jeden Fall reservieren.

Also ging es mit dem Schrank voll frisch gewaschener und getrockneter Wäsche weiter in Richtung Olsberg. Hier wollten wir auf dem Stellplatz an der Therme stehen, da einer aus dem Felice-Team einen dienstlichen Termin hatte, auch gleich für drei Nächte.
So konnte der Rest des Teams in Ruhe den Ort und die Gegend erkunden. An einem sonnigen Tag ging es auf den Gipfel des Olsberges (703 m ü. NN),. Das war gut zu schaffen und hat mit langer Pause knapp drei Stunden beansprucht. Also eine im Gegensatz zu den Alpen mehr als moderate Tour, die trotzdem wirklich Spaß gebracht hat. Vom Gipfel aus hat man eine tolle Aussicht auf Olsberg und das Sauerland. Der Olsberg ist ein Teil des hier angrenzenden Rothaargebirges, und man hat die Möglichkeit im selbigen wunderbare Wanderungen zu machen, oder ins benachbarte Brilon zu fahren. Touristisch ist das Gebiet sehr gut ausgebaut, die Wanderwege sind hervorragend ausgeschildert und man bekommt von freundlichen Mitarbeitern in der Tourist-Information Osberg tolle Tourenvorschläge und Ausflugsziele genannt. Hier haben wir uns rundum wohlgefühlt und werden sicher zum Wandern noch einmal wiederkommen.

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Doch so ganz allmählich hieß es nun für uns, dann doch wieder weiter in Richtung Norden zu ziehen. Das Ende der Osterferien nahte in Riesenschritten. So fuhren wir in Richtung Ruhrgebiet, blieben also der Ruhr weiterhin treu. Genauer gesagt nach Gelsenkirchen an der Ortsgrenze zu Essen, hier haben wir schon einmal gestanden, aber es fast vergessen. Wir planten eigentlich einen Besuch in der Zeche Zollverein. Leider ging es aber am nächsten Tag einem Teil des Teams nicht so besonders, also haben wir das auf ein anderes Mal verschoben und sind gleich wieder weitergefahren. Es sollte nun nach Hannover gehen, hier wollten wir einen Shoppingtag einschieben. In Hannover hat man es leider verpennt, ordentliche zentrumsnahe Stellplätze für Wohnmobile zu errichten, so wollten wir bis kurz vor Hannover fahren, um am nächsten morgen gleich früh in Hannover zu parken.

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Als es Abend wurde, haben wir spontan geschaut, was es im Umfeld für Stellplätze gibt und einen kostenlosen Platz in Alfeld/Leine gefunden. Den haben wir uns angeschaut und waren positiv überrascht. Es war zwar nur ein Parkplatz, sah aber gut aus und der Platz lag direkt in der Altstadt. Es gab nur zwei Plätze für Wohnmobile, es stand aber niemand da, so konnten wir uns dort hinstellen. Danach ging es auf einen Rundgang durch die Altstadt. Auch hier, es war 18 Uhr durch, waren bereits die Bürgersteige hochgeklappt. Wir wollten aber unbedingt noch etwas essen und fanden dann den Pizza-Treff. Hier haben wir eine leckere Pizza gegessen. De Laden ist aber eher ein Pizzabäcker mit Abholservice mit Stehtischen. Aber wir haben uns sehr nett mit den Inhabern, einem älteren Ehepaar unterhalten und erfahren, dass er eigentlich Bäckermeister ist. Also, Pizza kann er auf jeden Fall super backen.

Am nächsten Morgen ging es dann die kurze Strecke weiter nach Hannover. Hier stellten wir Felice am Rudolf-Benningsen-Ufer direkt beim NDR am Maschsee ab und gingen das Stück zu Fuß weiter in die Innenstadt zum Bummeln. Zum Übernachten ging es dann aber weiter in Richtung Norden nach Soltau. Hier stellen wir uns sehr gerne auf den Parkplatz der Soltautherme und gehen in die Sauna. Man darf hier für eine Nacht parken und übernachten, allerdings nicht campen. Die Saunaanlage ist sehr schön und auch die Therme mit dem Soledad ist wunderbar.

Nun neigte sich unser Urlaub dem Ende zu. Wir hätten zwar noch bis Ostersonntag weiterfahren können, doch wir wussten, dass es jetzt schwer werden würde einen Platz zu finden, bekanntlich sind an Ostern alle unterwegs. Außerdem wollten wir auch nach Hause, um Ostern dort zu verbringen. Also fuhren wir noch am Spargelhof der Familie Bartels in Wennersdorf vorbei, deckten uns mit weißem und grünem Spargel ein und fuhren über eine leere Autobahn wieder zurück nach Kiel, das uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Die nächste Tour kommt bestimmt bald ! Schön war’s !

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