Felice bekommt mehr Batterieleistung

Größtenteils stehen wir mit Felice auf Campingplätzen oder auch Stellplätzen an denen ein 230V Stromanschluss verwendet werden kann. In den letzten Frühjahrs- und Sommerurlauben standen wir die eine oder andere Nacht auch mal komplett frei, ohne jedwede Versorgung.

Unsere Aufbaubatterie mit 90Ah wurde durch unsere kleine Solaranlage mit 100 Wp oder durch die Fahrten zum nächsten Stellplatz tagsüber immer wieder gut gefüllt. Da wir keine Sat-Anlage oder Fernseher im Wohnmobil haben, benötigen wir den Strom für Licht und das Laden diverser mobiler Empfangsgeräte.

Während unserer Saison in den ersten Jahren von April bis Oktober benötigten wir unsere Dieselheizung, eine Webasto Air Top Evo 5500 eher selten und wenn dann nur zum kurzen Aufheizen am kühlen Abend oder Morgen.

Im letzten Herbst haben wir beschlossen, Felice mit Winterreifen auszustatten und dann auch das ganze Jahr hinweg spontan zu Kurztripps aufzubrechen. So war es dann im Frühjahr 2018 in den Südtiroler Alpen und standen auf 1.300 m mit tollem Blick über das Eggental. Hier wollten wir übernachten.

Es war recht kühl, die Temperaturen fielen am Abend auf ein paar Grad über Null und wir schalteten unsere Dieselheizung an. Schließlich wollten wir in der zum Stellplatz zugehörigen Gaststätte etwas essen und in ein warmes Wohnmobil zurückkehren. Als wir zurückkamen war die Heizung aus und warm war es im Wohnmobil nicht. Die Signalleuchte am Bedienpanel der Heizung zeigte Störung an, also versuchten wir die Heizung erneut einzuschalten. Das Drücken auf dem Eintaster wurde aber erfolgreich von der Heizung ignoriert.

Ich erinnerte mich daran, dass die Webasto Standheizung, genauso wir in unserem PKW, bei einem Fehler verriegelt und zurückgesetzt werden muss. Hierfür müssen die entsprechenden Sicherungen gezogen werden, die glücklicherweise einfach erreichbar unter dem Fahrersitz zu finden sind.

Die Heizung dann wieder eingeschaltet und sie lief wieder an. Nach ein paar Minuten piepte das Bedienpanel und zeigte nur 10,6 V für die Aufbaubatterie an, die Heizung Gin wieder auf Störung. Erneut starten wollte die Heizung dann leider nicht mehr. Die Heizung hatte also unsere Aufbaubatterie auf einen kritischen Wert geleert. Wir standen vorher ein paar Tage auf einem Campingplatz in Meran mit Stromanschluss und zu dem Stellplatz sind wir ca. 2 Stunden gefahren. Die Aufbaubatterie sollte eigentliche voll sein.

Was sollten wir nur machen?

  1. Motor starten und über Nacht laufen lassen
  2. Weiterfahren und einen Stromanschluss am Gasthaus suchen
  3. Die Nacht durchhalten und warme Gedanken machen.

Wir starteten den Motor, die Heizung ging wieder an und wir heizten innerhalb von 10 Minuten das Wohnmobil auf. Nun war es mollig warm und es ging ins Bett. Nach kurzer Zeit wieder das Piepen am Bedienpanel und wir wussten, dass die Batterie wieder einen kritischen Wert erreicht hat und die Heizung abschaltete.

Es wurde eine sehr frostige Nacht!

Am nächsten Tage ging die Sonne auf und so langsam füllte sich die Aufbaubatterie wieder, so dass wir ein wenig Strom für die Wasserpumpe und Licht hatten. Diese Erfahrung wollten wir nicht noch einmal haben und so überlegten wir uns Alternativen. Wir wollten für den kommenden Winter gerüstet sein und zumindest eine Nacht mit unserer Dieselheizung ohne Stromanschluss durchkommen.

Bevor wir irgendetwas unternehmen, war zunächst die Frage, wieviel Leistung benötigen wir eigentlich.

Unsere Heizung hat nach Herstellerangaben eine elektrische Leistung von 15-95 Watt, welches bei einer Spannung von 12 V eine Stromentnahme von 2 – 8 Ah bedeutet. Hinzu kommt die Stromentnahme für die Lüfter, die die warme Luft in den Innenraum transportieren. Unter Volllast bei niedrigen Temperaturen können wir von einer Leistung von ca. 10 Ah ausgehen. Somit hätte unsere vollgeladene Batterie nach 5 Stunden nur noch die Hälfte der Kapazität. Eine Nacht mit Aufheizen und Temperatur halten könnte die vorhandene Aufbaubatterie gerade noch hinbekommen, sicher ist dies aber nicht.

So standen nun folgende Dinge auf dem Zettel, die es zu optimieren gilt:

  1. Größere Batteriekapazität für mehr Sicherheitsreserven
  2. Schnellere und bessere Ladung der Batterie über die Lichtmaschine auch bei kürzeren Fahrten
  3. Besserer Wirkungsgrad bei der Energiezufuhr über die Solaranlage
  4. Bessere Erkennbarkeit des aktuellen Ladezustands der Batterie

Dies war die ursprüngliche recht unübersichtliche Elektroinstallation unter dem Fahrersitz. Man erkennt das Ladegerät, die Batterie und jede Menge Kabel.

Felice bekommt mehr Batterieleistung

Mehr Batteriekapazität

Die vorhandene nun 4 Jahre alte 92 Ah AGM Batterie unter dem Fahrersitz flog nach der Tiefentladung raus und es kamen zwei neue baugleiche Banner AGM Batterien mit 92 Ah unter dem Beifahrersitz. Diese besitzen mit 14,7 V eine höhere Ladespannung und passen beide unter dem Beifahrersitz des Fiat Ducato. Hierfür musste die vorhanden Matte unter dem Sitz entfernt bzw. der Schaumstoff unter den Matten gekürzt werden. Mit Spanngurten habe ich diese Batterien dann am Rahmen fixiert.

Da die gesamte Elektrik für Landstrom und Solar sich unter dem Fahrersitz befand, mussten entsprechende dicke Leitungen neu gezogen werden. Die Wahl fiel auf ausreichend dimensionierte 50 mm2 mit einer entsprechenden Absicherung von 100A zwischen den beiden Pluspolen der Batterien und 80 A in die Zuleitung im Wellschlauch zum zentralen Übergabepunkt.

Felice bekommt mehr Batterieleistung

Unter dem Fahrersitz sah es nach dem Entfernen der Batterie etwas nackt aus, das sollte sich aber später noch ändern.

Felice bekommt mehr Batterieleistung

Das vorhandene Batterieladegerät ein Nordelettronica NE143 mit 300 W hatte uns schon früher Probleme bereitet und bietet nur einfache Ladekurven für Gel und Bleiakkumulatoren an. Notgedrungen wurde die vorhandene AGM Batterie mit der Ladekurve eines Bleiakkus geladen, nicht sehr optimal. Für die neuen Batterien musste ein anderes Ladegerät her.

Schnellere und bessere Ladung beim Fahren

Durch den eingebauten Elektronikblock der Firma Nordelettronica NE185 wird bei aktivem Netzanschluss, sowie bei laufenden Motor die Bord- und die Startbatterie per Koppelrelais parallel geschaltet. Die unterschiedlichen Ladespannungen beider Batterien sorgen allerdings dafür, dass die Bordbatterie nie mit der richtigen Ladekurve vollgeladen wurde. Die Steuerelektronik im Ducato regelt bei voller Ladung der Starterbatterie die Ladeleistung generell runter. Abhilfe bringen sogenannte Ladebooster, die aus der Starterbatterie durch entsprechende Leistungselektronik ausreichend Ladestrom und Ladespannung für die Bordbatterie generieren. Für unsere Fahrten am Wochenende könnte also ein Ladebooster die Bordbatterie optimaler laden.

Besserer Wirkungsgrad über die Solaranlage

Unsere kleine Solaranalage mit 100 Wp ist mit dem Sunware Fox Solar 320 PWM Regler ausgestattet. Dieser lädt sowohl die Aufbaubatterie mit den passenden Ladekennlinie und bietet auch einer Stützladung der Starterbatterie an. Damit haben wir in den Sommermonaten immer ausreichend geladenen Batterien. Die Ladeleistung kann gerade bei ungünstigen Sonnenverhältnissen durch den einfachen vorhandenen PWM Regler eingeschränkt sein. Aus verschiedenen Quellen haben wir erfahren, dass hier ein MPP Regler generell mehr Ladeleistung erzeugen kann.

Ladezustand der Batterie

Der aktuelle Ladezustand der Batterie konnten wir am Bedienpanel ablesen. Diese bietet auch eine prozentuale Ansicht, die wohl eher einen Schätzwert darstellt. Der Solarregler zeigte die aktuelle Spannung der beiden Batterien mittels einer dreifarbigen LED an, also auch nicht wirklich genau.

So gab es nun mehrere Anforderungen, für die wir eine Lösung finden wollten, um in Zukunft in der Wintermonaten ausreichend Batteriekapazität zu haben.

Unsere Lösung war nun der Einbau eines Votronic Battery Charger VBCS 45/30/350 Triple, der hier beschrieben ist.

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