Sommertour Italien 2021 – Richtung Norden

Nun ging es weiter Richtung Norden.

Wir fuhren nach Foggia um die leiblichen Vorräte aufzufüllen. Diese bestanden aus Wasser, Nudeln, Tomatensauce und Gelato. Haben wir es uns doch angewöhnt, auf unseren Sommertouren immer ein gefülltes Gefrierfach mit Eis an Bord zu haben. Ein Stau auf italienischen Autobahn im Hochsommer lässt sich s viel besser aushalten.Wir fanden  südlich von Manfredonia einen Campingplatz mit zusätzlichem Stellplatz direkt am Strand.

Der Campingplatz war von Dauer- bzw. von Langzeitcamper gut belegt, auf dem Stellplatz direkt am Strand unter Pinien herrscht jedoch gähnende Leere.  Aufgrund der coronabedingten sehr geringen Auslastung des Stellplatzes war dieser nur für eine Übernachtung freigegeben. Wollte man länger bleiben, dann wurde eine Parzelle auf dem Campingplatz angeboten, um diesen auszulasten.

Sommertour Italien 2021 - Manfredonia

Wir wollten zwei Tage bleiben und standen die erste Nacht auf dem Campingplatz. Dieses war durch die bis spät in die Nacht im offenen Zelt fernsehsehenden und schwerhörigen Nachbarn keine echte  Erholung, so dass wir morgens nach Rücksprache mit dem Platzwart auf den Stellplatz am Strand umgezogen sind.

Hier kamen wir auf kurzem Weg direkt zum schönen, feinsandigem Strand und standen idyllisch und herrlich ruhig. Nach zwei Tagen brachen wir zur Fahrt um das Gargano Gebirge herum an die Nordseite auf. Hier fanden wir einen kleinen Stellplatz, den Sosta Camper Isola Bella. Am ersten Abend besuchten wir Lido del Sole mit dem Nachtmarkt, eigentlich eine Hochburg des Tourismus hier am Gargano. Es war tatsächlich mehr los als in den anderen kleinen Orten, aber so richtig voll war es auch hier nicht. Die ganzen Campingplätze, die sich vor Jahren an der Hauptstrasse von Rodi zu Lido del Sole reihten waren fast alle geschlossen bzw. ganz aufgegeben. Einige wenige Hotelanlagen mit ausgewiesenem eigenen Strand und abendlichem Animationsprogramm, so dass die Gäste das Hotel gar nicht verlassen müssen, gab es noch. Es hielt sich aber mit der Lautstärke sehr in Grenzen.

Sommertour Italien 2021 - Rodi di Gargano

Am nächsten Tage fuhren wir mit Rädern über Berg und Tal nach Rodi, einem kleinen verträumten Ort und bummelten durch die Gassen der am Hang liegenden Ortschaft. Da wir durch das ständige treppauf und treppab irgendwann verschwitzt waren, suchten wir uns den Weg zum kleinen Strand am Hafen und badeten dort nahezu alleine in den Wellen. Wie gut, dass wir unsere Badesachen mitgenommen hatten. Nach zwei Nächten sollten es dann weiter Richtung Norden gehen und wir suchten uns einen Campingplatz an der Adria Küste aus.

Unsere Wahl fiel auf das Familycamping Storck. Ein großer Campingplatz, der auch Programm für  Kinder und Jugendliche anbietet und darüberhinaus einen schönen Strand hat. Leider hatten wir sehr schnell das Gefühl das Camper und Wohnwagen nur eine notwendiges Übel waren. Die Stellplätze waren sehr klein und  durch Bäume und schmale Zuwendungen so eingeschränkt, dass ein Rangieren mit Wohnmobil nicht möglich ist. So mussten wir aufpassen, dass keiner sich direkt vor uns stellt, denn dann wären wir nicht mehr rausgekommen. Der Großteil des Platzes bestand aus jeder Menge Cabanas und viel Animation und Unterhaltung. Das Flair und auch die Gäste passten eher zu einer All-Inklusive Hotelanlage. Ein krasser Gegensatz zu unserem bisherigen Plätzen hier in Italien.

Der Campingplatz war rappelvoll, überall Menschen, Urlauber ohne Masken und dichtes Gedränge. Es entsprach so gar nicht unseren Vorstellungen von Urlaub und Erholung. Den schönen aber überfüllten Strand ließen wir dann auch links liegen.

Sommertour Italien 2021 - Entsorgung

Nach der teuersten Übernachtung in unserem Urlaub reisten wir früh am nächsten Tag schnell wieder ab, obwohl wir eigentlich zwei Nächte bleiben wollten.

Also ging die Fahrt stetig weiter Richtung Norden. Unterwegs entsorgen wir unnötigen Ballst an einem der vielen kostenfreien Entsorgungsstationen an den italienischen Raststätten.

An dem Tag wollten wir bis nach Ferrara, eine der fahrradfreundlichsten Städte in Italien, kommen. Hier hatten wir uns über die ADAC App den Campingplatz Camping Ferrara Estese herausgesucht, eine ADAC Empfehlung. Als wir am Nachmittag dort ankamen trafen wir auf eine total verwahrlostes Gelände. Dieser Platz war schon seit längeren geschlossen. Leider führte der ADAC den Platz immer noch in der App, das war für uns sehr enttäuschend, ist doch das gerade der Vorteil einer App, dass man schnell Änderungen vornehmen kann. Stand heute, 07.11.2021 ist der Platz immer noch gelistet, sogar als Supertipp 2021; und das, obwohl wir den ADAC sofort angeschrieben und informiert haben. Wirklich traurig! Fazit: Man sollte also immer auch in die Bemerkungen schauen, und auch parallel in anderen Apps kontrollieren, ob der Platz dort noch gelistet ist. Bei ProMobil ist er inzwischen gelöscht worden.

So fuhren wir frustriert weiter nach auf dem Stellplatz in Mantova.

Sommertour Italien 2021 - Mantova

Hier gab es im Preis inbegriffen Strom und Wasser, lediglich das kleine Sanitärgebäude blieb coronabedingt geschlossen. Mantova ist vom Stellplatz aus fussläufig oder mit dem Rad sehr gut erreichbar und wirklich sehr schön. Einen Abendbummel in der Altstadt haben wir uns nicht nehmen lassen und auch für das obligatorische leckere Granita fanden wir eine Gelateria.

Sommertour Italien 2021 - Mantova

Sommertour Italien 2021 - Mantova

Am nächsten Morgen stand nur eine kleine Tour an. Es sollte an den Gardasee auf den Stellplatz  Desenzano di Garda gehen. Den Stellplatz und die  Gegebenheiten waren uns schon aus dem Vorjahr bekannt. Diesmal sind wir jedoch mit den Fahrrädern nach Desenzano gefahren, das ist deutlich angenehmer.

So bummelten wir durch die Ortschaft und genossen die leichte Brise bei sommerlichen Temperaturen. Dort besuchten wir auch wie im letzten Jahr den Stoffladen Tessilandia di Sbrini Giuliano, konnten der Versuchung eines Stoffkaufes, es gibt dort herrliche Seidenstoffe, aber widerstehen. Abends wurde dann gegrillt. Unser selbst ausgesuchter Platz lang rangiergünstig dicht am Eingangsbereich, erst später bemerkten wir dann, dass auf dem Platz, durch eine ungünstige Windrichtung verursacht, unsere Nasen durch die nahegelegene Entsorgungsstation einer ausgiebigen Belastungsprobe unterzogen wurde.

Gardasee

Unsere letzte Etappe in Italien stand an. Wir wollten noch ein wenig am Gardasee bleiben und fuhren Richtung Lazise. Dort gingen für für zwei Nächte auf den Campingplatz Fossalta. Diesen kannten wir schon, konnten aber feststellen, dass sich hier sehr viel getan hat. Der Betreiber hat ein neues Anmeldungsgebäude gebaut und auch ein neuer Gebäudekomplex mit Restaurant, Bar und Supermarkt ist entstanden. Sehr schön! Die Sanitärgebäude sind weiterhin die alten, aber noch vollkommen in Ordnung. Selbstverständlich wurden durch diese Investitionen auch die Übernachtungspreise angepasst, so dass der damals preiswerte Campingplatz nun in die Regionen der größeren Nachbarcampingplätze vorgedrungen ist.

Garadsee

Am Abend ging es dann nach Lazise, dieses ist aber längst nicht mehr so schön wie früher und hat enorm Charme eingebüsst. Es war sehr voll, wie immer, aber viele der früher inhabergeführten, niedlichen Läden wurden augenscheinlich inzwischen von Asiaten übernommen. Nun wird unter grellem Neonlicht furchtbar nach Plastik stinkende Einheitsware Made in China verkauft. Daher fuhren wir am zweiten Abend mit dem Fahrrad Richtung Süden nach Pescara. Auch hier war es sehr voll, aber noch etwas ursprünglicher. Leider wurde auch hier keinerlei Abstand in den Fußgängerzonen eingehalten und auch Masken wurden kaum getragen, genau wie in Lazise.

Während unserer ganzen Zeit in Italien hielten sich sehr viele der Einheimischen an die bekannten AHA Regeln, die Touristen, am Gardasee oftmals Holländer, leider nicht.

Im ganzen Urlaub hatten wir keinen Übernachtungsplatz vorher reserviert und doch immer eine freie Parzelle bekommen. In den touristischen Hochburgen am Gardasee, die um einiges voller waren, sicherte uns eine Anreise vor der Mittagspause den Platz.

Unsere Schlußetappe ging nun wieder quer durch Deutschland.

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